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Die Siedler 2

Die Siedler II - Veni, Vidi, Vici

Veni, vidi, gaudi - Ich kam, ich sah, ich war begeistert. Ein Spiel, das durch sein einfaches Spielprinzip und seine enorme Detailverliebtheit einfach jedes Spielerherz erobert. Meiner Meinung nach war Die Siedler 2 der beste Teil der Reihe und kam dem Titel am nähsten. In keinem anderen Spiel der Reihe und auch sonst in keinem Spiel, gab es eine solche Spielatmosphäre.

Das Spiel ist realtiv schnell erklärt: Ein Aufbauspiel, das auf Wirtschaft und Krieg aufgebaut ist. Beginnend mit einem Hauptquartier, das gleichzeitig als Lager und Ausbildungsstätte dient, baut man sich seine Wirtschaft auf. Bretter müssen gesägt werden, Steine abgebaut, Essen angebaut, gefangen oder gezüchtet werden. Für Werkzeuge und Waffen braucht man eine Metallindustrie, die durch das Erz aus Bergwerken versorgt wird. All dies erledigen fleisige Siedler in ihren Werkstätten, die gleichzeitig ihre Häuser darstellen. Wer nichts wird wird Wirt... stimmt nicht: Wer nichts wird bleibt Träger! Anders als bei anderen Spielen, wo die Gebäude einfach irgendwo in der Landschaft platziert werden und sich die Arbeiter selbst ihre Wege suchen, muss man bei Siedler 2 die Wege selbst "bauen". Somit entsteht ein ganz neuer Ansatz von Strategie. Denn lang nicht jeder Weg ist auch wirklich effizient. Man muss schon ein wenig Kreativität und Plaung an den Tag legen, um seine Gebäude wirklich effizient mit einander zu verbinden, so dass die Wege nicht zu lang werden, es nicht zu Staus kommt und trotzdem die Übersicht nicht verloren geht.

Hat man die ersten Strapazen des Siedlungsbaus hinter sich, kann man sich jederzeit auch einfach man eine Pause gönnen und das Besondere an diesem Spiel ist einfach: Man macht einfach gerne eine Pause. Siedler 2 sprüht nur so vor lauter kleinen Details und witzigen Kleinigkeiten. Ich will eigentlich gar nicht so viel verraten, weil man sich der eigentlich selbst anschauen sollte. Ein Beispiel: Das Leben eines Trägers kann ja schon relativ eintönig sein: Nicht nur, dass die einzige Aufgabe, die man zu erfüllen hat, darin besteht, Waren von A nach B  - also von Fahne zu Fahne - zu transportieren, manchmal steht man auch ziemlich lange rum, und tut einfach nix! FALSCH dachten sich die Entwickler und so statteten sie die Träger mit allerlei Dingen aus, die sie während ihrer Pausen so aus der Tasche zaubern: Da wird schonmal Zeitung gelesen, Kaugummi gekaut oder Springseil gesprungen und noch einiges mehr.

Ein weiteres Beispiele: Wir sprechen hier von einer Grafik, die 14 Jahre und älter ist. Von Auflösungen, die 800 Pixel in der Breite nicht überschreiten. Von Figuren und vor allem Tiere, die vermutlich nicht viel größer sind als ein dutzend Pixel. Und trotzdem schafften es die Entwickler, dass eine Ente oder ein Hase einfach nur (und ich betone an dieser Stelle, dass ich ein Mann bin!) süß aussehen, wenn sie über das Wasser paddeln oder über die Graslandschaft hoppeln.

Ein letztes Beispiel, dann geb ich Ruhe, denn dann muss ich wieder ein bisschen Siedler spielen, wenn ich das alles hier so schreibe^^. Krieg. Zerstörung. Leid. Tod. Keine "süßen" Sachen und schon gar nicht lustig oder niedlich. Obwohl der Kampf in Siedler 2 natürlich einen großen Stellenwert hat, denn irgendwie muss es ja eine Schwierigkeit in dem Spiel geben, außer der, seine Wirtschaft am Laufen zu halten, was manchmal ohne Spaß echt nicht leicht ist, haben es die Entwickler auch hier geschafft eine gewisse Ironie und Witzigkeit hineinzubringen. Es gibt nur Schwertkämpfer. Greift man einen Feind an, wählt man aus, mit wie vielen man angreift. Dann läuft es ungefähr so ab: Alle Soldaten von mir und vom Gegner verteilen sich (wenn es mehrere sind) vor dem anzugreifenden Militärgebäude. Es sind immer nur 1 zu 1 Duelle. Man gibt sich die Hand, dreht sich um, geht ein Schritt nach vorne, dreht sich zum Gegner und dann geht der Kampf los: Mit einer wirklich beeindruckenden Animation wird nun auf einander eingekloppt. Anders kann man das nicht beschreiben. Es macht einfach Spaß den beiden Streithähnen zuzusehen. Da hebt ein General schonmal mit beiden Beinen vom Boden ab in bester Jackie Chan Manier und macht ein paar Kunststücke, um dem Gegner auszuweichen. Ist jemand zu oft getroffen worden, stirbt er nicht einfach, sondern gibt einen sehr lustigen Laut aus und löst sich einfach in Luft auf. Übrig bleiben ein paar Knochen (gut... das ist jetzt nicht sonderlich witzig, aber wahrscheinlich nötig, um es nicht ganz zu verharmlosen). Ist eine gegnerische Militärfestigung nur schwach besetzt, so dass die Soldaten sich darin verschanzen, dann klopft der Gegner freundlich an die Tür, der Insasse macht auf und es kommt zu Duell. Die anderen Gegner stehen dann wie an der Supermarktkasse in einer Schlange und harren der Dinge die da kommen.

Ob es nun das jipppiiiieee der Geologen ist, wenn sie auf etwas gestoßen sind, der Müller, der sich vor seiner Mühle zum Schlafen hinlegt oder der Angler, der zu stark an der Schnur zieht und nach hinten umfällt. Es ist einfach klasse. Man kann sich kaum daran sattsehen.

Untermalt wird das ganze von einer Musik, die - das muss ich zugeben - auf Dauer etwas nerven kann, aber einfach genau in dieses Spiel passt. Ich habe sie jetzt gerade wieder im Ohr, bloß weil ich daran gedacht habe.

Ich finde die aktuellen Spiele toll. Keine Frage. In meinem PC steckt aktuell eine Radeon HD 5850. Die Grafik ist prima, ich möchte sie nicht missen. Aber Die Siedler 2 verdeutlichen mir ein ums andere Mal, dass man für ein supergeiles Spiel keine supergeilen Grafikeffekte, offiziell lizenzierte HipHop-Musik oder Synchronstimmen von Originalschauspielern braucht. Was den meisten heutigen Spielen einfach fehlt ist die Detailverliebtheit der Entwickler. Und genau das schätze ich so an den Siedler 2. Nicht umsonst kamen Begriffe wie "Wuselfaktor" oder "Knuddelfaktor" auf. Man muss diese kleinen Pixelfiguren einfach gern haben - sie knuddeln. Selbst die Credits, die - seien wir ehrlich - nie von jemand komplett angeschaut werden, liefen bei Siedler 2 mindestens 5 oder 6 mal über meinen Bildschirm. Dann was taten die Entwickler: Sie ließen einfach unten am Bildschirmrand massig viele Siedler von links bzw. rechts zur gegenüberliegenden Seite laufen. Solch ein Ameisenhaufen mit Siedler, die alle irgendetwas anderes machten, das war einfach spitze.

Danke, danke, danke BlueByte! An dieser Stelle einfach mal ein riesiges Dankeschön an euch, dass ihr dieses Spiel erschaffen habt und vor allem, dass ihr zum Jubiläum die XP-Version von den originalen Siedlern herausgebracht habt! Danke Leute!

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